VAK-News

Frühlingsgefühle – Einbildung oder Realität?

26. April 2018

Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, die ersten Blumen sprießen: der Frühling sorgt automatisch für bessere Stimmung und wir fühlen uns voller Energie und Tatendrang. Manch einer gerät sogar in einen wahren Gefühlsrausch. Doch wie genau entstehen eigentlich die berühmten Frühlingsgefühle? Was steckt hinter diesem Phänomen? Oder handelt es sich dabei um bloße Einbildung?

Prof. Dr. Matthias Weber von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) erklärt: „Das Frühlingsgefühl existiert. Man spürt ein Gefühl der Aufbruchsstimmung, ein Gefühl, Ballast abzuwerfen von der kalten Winterzeit." Die gute Laune sei letztlich eine Sache der Hormone. Die Tage werden wieder länger und die steigende Lichteinwirkung führt im Körper zu einer reduzierten Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Dadurch werden weitere hormonelle Veränderungen ausgelöst. „Das Glückshormon Serotonin steigt, aber auch Dopamin und Noradrenalin. Man fühlt sich aktiver und wacher", erläutert Professor Weber. Auch für Professor Günter Stalla vom Münchner Max-Planck-Institut für Psychiatrie stecken Hormone hinter unserer Aufbruchsstimmung: „Natürlich gibt es Frühlingsgefühle beim Menschen, wie es auch Frühlingsgefühle bei den Tieren gibt. Der biologische Hintergrund ist letztendlich die saisonale Veränderung verschiedener Hormone, der Sexualhormone, Schilddrüsenhormone und anderer".
Alles nur eine Frage der Hormone? Der Münchner Professor Martin Reincke, renommierter Experte für Hormonerkrankungen, widerspricht dieser Auffassung entschieden: „Rein hormonell betrachtet gibt es die viel zitierten Frühlingsgefühle gar nicht. Echte Frühlingsgefühle kann man höchsten noch bei den Eskimos ausmachen". Ein Grund dafür sei unsere hoch industrialisierte Welt. Unmengen von Kunstlicht bringen den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus durcheinander. Das führe dazu, dass unsere Hormone gar nicht mehr auf den Wechsel der Jahreszeiten anspringen. „Für unsere Hormone ist immer Frühling", meint Professor Reincke. Seiner Meinung nach "spielen sich Frühlingsgefühle höchstens im Kopf ab".
Gibt es sie nun, oder gibt es sie nicht?
Welchem Experten man nun Glauben schenken mag, bleibt einem selbst überlassen. Nicht von der Hand zu weisen ist auf jeden Fall, dass ein schöner warmer Frühlingstag die Laune merklich bessert. Also, wie wäre es mit einem Spaziergang an der frischen Luft?



26. April

2018

Wie der Darm die Psyche steuert

26. April 2018

Wenn es um mögliche Ursachen für psychische Probleme geht, denken die meisten Menschen wahrscheinlich an seelische Belastungen, an starken Stress oder Überlastung im nervenaufreibenden Alltag. Den Darm haben dabei die wenigsten im Blick. Dabei besitzt gerade der Darm zahlreiche Möglichkeiten, um direkt auf unsere psychische Gesundheit zu wirken und Gehirn- und Nervenerkrankungen zu beeinflussen. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Darmbakterien.

Bauch und Psyche lassen sich nicht trennen. Bei Entscheidungen hören wir auch auf unser Bauchgefühl, bei Aufregung haben wir ein Kribbeln in der Magengegend, Stress und Anspannung verursachen Bauchschmerzen und Traurigkeit verdirbt uns den Appetit. Unser Gehirn und unser Bauch kommunizieren ganz offensichtlich miteinander.
„Es dürfte keine Hirnfunktion geben, die nicht von Bakterien in unserem Darm beeinflusst wird", stellt der Hirnforscher John Cryan vom University College Cork fest. Schon vor Jahren zeigte das Reizdarmsyndrom den Wissenschaftlern die Verbindung zwischen Darm und Gehirn auf. Die Patienten klagten nicht nur über heftige Bauchschmerzen und Durchfälle, sondern entwickelten zeitgleich Depressionen oder Angstzustände. Es stellte sich heraus, dass bei den Erkrankten bestimmte Bakterien häufiger, andere Mikroben dagegen seltener in der Darmflora vorhanden waren als bei gesunden Vergleichspersonen. Das Reizdarmsyndrom zeigte so deutlich den Zusammenhang zwischen Darm und psychischen Beschwerden auf.
John Cryan erklärt : „Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei der Vagus-Nerv". Der Vagusnerv führt von unserem Schädel bis zum Bauch und verästelt sich dabei in zahlreiche Nervenverbindungen, die viele Körperfunktionen steuern, wie den Speichelfluss, den Herzschlag oder die Verdauungsgeschwindigkeit. Der Vagus liefert aber auch in umgekehrter Richtung Informationen vom Bauch zum Gehirn, etwa angenehme Sättigungsgefühle oder Entspannungsgefühle. „Der Vagusnerv wird von verschiedenen Botenstoffen angeregt, zum einen von Stoffwechselprodukten verschiedener Darmbakterien, zum anderen von Botenstoffen aus Hormon- und Immunzellen im Darm", erklärt der Gastroenterologe und Hirnforscher Emeran Mayer von der University of California.
Der Schlüsselfaktor für ein gutes Zusammenspiel der beiden Protagonisten ist das Mikrobiom, also die Gesamtheit aller Bakterien, die in unserem Darm leben. Es gibt die guten Darmbakterien, die beispielsweise den Darm vor Infektionen schützen und die Darmzellen ernähren. Die schlechten Bakterien sorgen dagegen für Fäulnisprozesse, verdrängen die guten Bakterien und können so Erkrankungen auslösen.
Ein Beispiel für den Zusammenhang zwischen Darmbakterien, Ernährung und Psyche ist das Glückshormon Serotonin. Bereits 1996 zeigten Untersuchungen, dass die Ernährung und die im Darm lebenden Bakterien Einfluss auf gerade jene Darmzellen nehmen, die Serotonin herstellen.
Wissenschaftliche Studien finden immer mehr Belege dafür, welchen Einfluss Probleme im Darm auf unsere geistige Gesundheit haben. So lassen sich Angststörungen, Depressionen, ADHS und Autismus auch auf eine veränderte Darmflora zurückführen. Gerade für Menschen, die an Depressionen leiden, können diese Erkenntnisse hilfreich sein.
Zukünftig könnten neue Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen, wie gezielte Probiotika-Therapien, Stuhltransplantationen oder sogar ein exaktes Mikrobiom-Screening von Patienten mit Depressionen für eine individuelle Behandlung.

Tipp: Wenn Sie wissen möchten, wie Sie den "schlauchen Schlauch in unserem Buch" bei seiner täglichen Arbeit unterstützen können, finden Sie beim "Darmversteher" Andreas Ulmicher viel Wissenswertes über die Funktionsweise des Darms, krankhafte Störungen und Probleme. Den aufschlussreichen Ratgeber des Heilpraktikers "Der Darmversteher" finden Sie hier in unserem Shop.


26. April

2018

Warum Sonnenlicht für Körper und Seele so wichtig ist

26. April 2018

Wenn die Tage wieder länger werden, spüren wir den Effekt unmittelbar: Sonnenlicht tut einfach gut. Doch damit nicht genug. Für den Menschen ist Sonnenlicht unverzichtbar. Wir brauchen es, um körperlich und auch geistig fit zu bleiben. Auf vielfältige Art und Weise nimmt es direkt Einfluss auf unsere Gesundheit.

Licht hat vor allem Auswirkungen auf unser Immunsystem. Fällt Sonnenlicht auf unsere Haut, startet in unserem Körper die Produktion von Vitamin D, einem lebenswichtigen Stoff für unseren Organismus. Es spielt eine Schlüsselrolle im Immunsystem, stärkt die Knochen und ist ein entscheidender Faktor zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und einer Reihe von anderen Krankheiten. Über die Nahrung nehmen wir nur einen Teil des täglichen Bedarfs auf. Ein Mangel an Sonnenlicht führt daher schnell zu einer Unterversorgung, die wiederum zu schwerwiegenden gesundheitlichen Störungen führen kann: Ein Mangel an Vitamin D kann Osteoporose fördern, Demenzerkrankungen auslösen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen.
Das Sonnenlicht steuert zudem als Zeitgeber des sogenannten zirkadianen Systems unsere innere Uhr, die Körpertemperatur, Hormonhaushalt und Schlaf-Wach-Rhythmus im Takt hält.
Bei zunehmender Helligkeit drosselt die Zirbeldrüse die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Dagegen wird vermehrt das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet. Es stärkt die Antriebskraft , steigert die Leistungsfähigkeit und hellt die Stimmung auf. Indem es die Ausschüttung von Botenstoffen wie Serotonin fördert, nimmt das Sonnenlicht also direkt Einfluss auf unsere körperliche und geistige Verfassung. So verbessert sich beispielsweise die Konzentrationsfähigkeit von Menschen, an deren Arbeitsplätzen sich sogenannte "Tageslichtlampen" befinden. Einige Studien zeigen auch eine Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten durch Lichtbehandlungen bei Patienten mit leichter Demenz.
Sonnenlicht ist ein wahres Lebenselixier und unverzichtbar für unser Wohlbefinden. Halten Sie sich also regelmäßig im Freien auf, wenn sich die Sonne blicken lässt, und genießen Sie die wohltuende Wirkung der Sonnenstrahlen.

Tipp: Mehr über die Schutzwirkungen und die Heilkraft von Vitamin D finden Sie im kompakten Ratgeber "Super-Vitamin D" von Dr. Volker Spitzer und Nicole Spitzer hier im VAK Shop.




26. April

2018